Stark wie Pippi Langstrumpf – Projektwoche und Schulseelsorge stärken Kinder an unserer Grundschule

Was macht eine Schule zu einem Ort, an dem sich Kinder sicher und angenommen fühlen?

Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ebersteinburg während ihrer Projektwoche vom 30. Juni bis 3. Juli. Unter dem Motto „Stark wie Pippi Langstrumpf“ setzten sie sich mit Mut, Respekt und Zusammenhalt auseinander und leisteten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum entstehenden Schutzkonzept ihrer Schule.

Schulen sind aufgerufen, eigene Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt zu entwickeln. Die Grundschule Ebersteinburg gestaltet diesen Entwicklungsprozess bewusst als gemeinschaftliche Aufgabe. Während der Projektwoche arbeiteten die Kinder in jahrgangsgemischten Gruppen an Regeln und Werten für ein sicheres Miteinander. Ihre Gedanken und Erfahrungen bilden nun die Grundlage für den schulischen Verhaltenskodex.

Ein wichtiger Baustein dieses Weges ist auch die bereits gestartete Schulseelsorge an der Grundschule Ebersteinburg. „Gerne begleite ich Kinder auf ihrem Weg mit Herz, Zeit und einem offenen Ohr“, beschreibt die langjährige Religionslehrerin und nun auch Schulseelsorgerin Christina Haß ihre Aufgabe. Die Schulseelsorge ist ein Angebot der evangelischen Kirche und richtet sich unabhängig von Konfession oder Weltanschauung an alle Menschen der Schulgemeinschaft. Sie bietet Kindern und Eltern Raum für Gespräche über Sorgen, Konflikte, Trauer oder Veränderungen und versteht sich als verlässliche Anlaufstelle in herausfordernden Situationen.

Den Auftakt der Projektwoche bildete das interaktive Puppentheater „Irmi und das Nein“ der Theaterpädagogin Christine Theberath. Spielerisch lernten die Kinder, eigene Grenzen wahrzunehmen, deutlich „Nein“ zu sagen und sich Hilfe zu holen. Die Inhalte des Präventionsprojekts griffen die Schülerinnen und Schüler in den folgenden Tagen weiter auf.

An der Station „Unsere starke Schule“ setzten sich die Kinder mit den Themen Respekt, gute und schlechte Geheimnisse sowie der Frage auseinander, wie sie sich schützen und Unterstützung holen können. Gemeinsam wurden alltägliche Situationen besprochen und in Rollenspielen nachgestellt, bevor jede Gruppe eigene Leitsätze für ein sicheres Miteinander formulierte. Gefühle, Stärken und Gemeinschaft standen an der Station „Ich bin – wir sind“ im Mittelpunkt. Im Austausch miteinander entstanden Gedanken darüber, was jedes Kind wichtig macht und wie man aufeinander achtet. Gemeinsam mit Schulseelsorgerin Christina Haß kamen die Ergebnisse der verschiedenen Projektgruppen zusammen. Nacheinander stellten die Kinder ihre Regeln und Wünsche für eine sichere Schule vor. Im gemeinsamen Gespräch reflektierten sie ihre Ideen, griffen die Gedanken der anderen auf und entwickelten ihre Regeln gemeinsam weiter.

Auch das Theaterprojekt rund um Pippi Langstrumpf knüpfte an die Themen der Projektwoche an. Während einige Kinder mit viel Kreativität Bühnenbilder entstehen ließen, schlüpften andere in unterschiedliche Rollen. Beim Spielen, Proben und Darstellen setzten sie sich mit den Gedanken und Gefühlen ihrer Figuren auseinander. Dieser Perspektivwechsel förderte Empathie und zeigte, wie wichtig Rücksichtnahme und Verständnis für andere sind. Der gemeinsame Kulissenbau machte deutlich, wie viel sich durch Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und das Engagement jedes Einzelnen erreichen lässt.

Zum Abschluss der Projektwoche kamen alle Ergebnisse zusammen. Auf einem großen Kreidebild des Schulhauses auf dem Schulhof legten die Kinder ihre Regeln und Wünsche für eine sichere Schule nieder und stellten sie vor. Aus ihren Ideen und Bedürfnissen entsteht nun der Verhaltenskodex der Grundschule Ebersteinburg als zentraler Bestandteil des Schutzkonzepts.

Die Projektwoche machte deutlich, dass ein Schutzkonzept weit mehr ist als ein schriftliches Dokument. Es entsteht dort, wo Kinder mitreden, Verantwortung übernehmen und erleben, dass ihre Gedanken ernst genommen werden. Gemeinsam mit der Schulseelsorge entsteht so ein Schulalltag, in dem Kinder nicht nur lernen, sondern sich auch sicher, gesehen und begleitet fühlen.

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