Schmetterlinge im Sachunterricht hautnah
erleben
Die Kinder der dritten Klasse konnte in den vergangenen Wochen den faszinierenden Lebenszyklus des Distelfalters hautnah miterleben. Am 17. Juni zogen sieben kleine Distelfalterraupen in unsere Klasse ein. Von diesem Tag an beobachteten die Kinder ihre Entwicklung ganz genau und dokumentierten das Wachstum täglich in ihrem Sachunterrichtsheft.

Mit großer Spannung verfolgten sie, wie die anfangs nur wenige Millimeter großen Raupen im Plastikbehälter mit Raupenfutter Stück für Stück wuchsen. Innerhalb weniger Tage wurden daraus kräftige, mehrere Zentimeter lange Raupen mit den für Distelfalter typischen Dornen. Besonders spannend war es zu beobachten, wie sie sich J-förmig am Deckel des Behälters aufhingen und schließlich am 26. Juni verpuppten. Anschließend zogen die Puppen in die Aufzuchtvoliere um. Mit dem Flies am Deckel des Plastikbehälters wurden sie umgesetzt. Die bereits heruntergefallenen Puppen wurden vorsichtig auf den Boden gelegt. Beim Umsetzen zitterten sie kräftig: ein natürlicher Schutzmechanismus vor Fressfeinden. Nun begann das Warten auf den nächsten großen Moment.



Schon in der Nacht zum 29. Juni schlüpften die ersten beiden Distelfalter, im Laufe des Vormittags folgten zwei weitere. Bei einem Schlüpfvorgang konnte die Klasse sogar live dabei sein. Die Kinder beobachteten, wie die frisch geschlüpften Schmetterlinge zunächst ihre Flügel entfalteten und aufpumpten, bevor sie flugbereit waren. Ebenso spannend war es zu sehen, wie sie ihren Rüssel ausprobierten und die bereitgestellte Zuckerlösung von einem blütenförmig gestalteten Schwamm aufnahmen. Frische Blumen, die die Kinder mitgebracht hatten, sorgten zusätzlich für eine naturnahe Umgebung in der Voliere. Leider hatte ein Schmetterling einen verletzten Flügel, wirkte aber dennoch munter und konnte fliegen.



Am 30. Juni schlüpfte der sechste Distelfalter. Eine Puppe entwickelte sich leider nicht vollständig und somit schlüpfte der Schmetterling nicht. Auch das gehörte zu den Erfahrungen, die die Drittklässlerinnen und Drittklässler während des Projekts machten: Nicht jede Entwicklung in der Natur verläuft gleich.



Ein besonderer Höhepunkt war schließlich das gemeinsame Freilassen der Schmetterlinge am 2. Juli. Mit großer Begeisterung verfolgten die Kinder, wie die Distelfalter ihre Voliere verließen. Jubel erfüllte den Schulhof, als die ersten Schmetterlinge davonflogen. Zunächst blieben sie noch in der Nähe, sodass die Kinder sie weiter beobachten konnten, bevor sie ihren Weg in die Natur fortsetzten. Ein Schmetterling fühlte sich in der Voliere noch einen Tag länger wohl und wurde anschließend im Garten auf einer Hortensie freigelassen.




Passend zum Projekt konnten die Drittklässlerinnen und Drittklässler außerdem mithilfe einer Facettenlinse nachvollziehen, wie ein Schmetterling seine Umgebung wahrnimmt. So wurde der Lebenszyklus des Distelfalters nicht nur im Sachunterricht behandelt, sondern mit allen Sinnen erlebt: Ein Naturprojekt, das den Kindern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.



































